Uganda Hilfsprojekt: Die Hörstube Saarburg unterstützt Menschen in Uganda mit Hörhilfen und Vorsorge.
Ein Hörstudio für ein Huhn
Gemeinsam mit Apwoyo e.V. bauen wir in Ngora, Ost-Uganda, ein Hörstudio auf, das erste seiner Art in der Region. Menschen in der Großregion erhalten dort kostenlose Hörhilfen und medizinische Versorgung am Ohr.
Hörverlust betrifft Menschen in jedem Alter. In Deutschland sind professionelle Hörhilfen jederzeit verfügbar und Patientinnen und Patienten abgesichert. In Uganda fehlen Fachkräfte außerhalb großer Städte, und die Kosten liegen weit außerhalb dessen, was die meisten Menschen tragen können.
Das Projekt läuft unter dem Schirm des Apwoyo Vereins, der seit zehn Jahren in der Großregion Soroti aktiv ist und wertvolle Kontakte sowie Infrastruktur bereitstellt. Gemeinsam mit Apwoyo e.V. finanzieren wir das Hörstudio weitgehend selbst mit Sachspenden wie Hörgeräten, Materialien und Ausstattung aus Deutschland.
Statt einmaliger Hilfe ist das Projekt als langfristige Versorgung angelegt. Ein lokaler Arzt wurde in Hörtests, Hörgerätewartung, Abdrucknahme und Ohrreinigung ausgebildet. Über ein eigens entwickeltes digitales System erhalten wir regelmäßig Ohrscans und Hörtests von Patientinnen und Patienten. In Deutschland wählen wir passende Hörgeräte aus, stellen sie ein, lassen Ohrstücke anfertigen und schicken alles per Paket nach Uganda oder bringen es bei einem unserer jährlichen Besuche mit.
Schirmherr des Projekts
Apwoyo e.V., seit 10 Jahren in Uganda aktiv.
Der gemeinnützige Verein aus Serrig engagiert sich in Ost-Uganda und der Region Soroti für Menschen in Not. Was mit dem Projekt „Ziegen für Lwala“ begann, ist zu langfristiger Entwicklungshilfe gewachsen.
Apwoyo baut und renoviert Schulen, errichtet Regenwasseranlagen und Sanitäranlagen, rüstet Kindergärten aus, unterstützt Krankenstationen und hilft Waisenkindern sowie Witwen in der Region. Das Hörstudio in Ngora ist Teil dieses gemeinsamen Engagements.
Projektverlauf
Unser nächster Schritt für das Hörstudio in Ngora ist in vollem Gange.
Derzeit stecken wir mitten in den Vorbereitungen für die erste große Hörgeräte-Lieferung nach Uganda. Die Geräte, die auf dem Foto zu sehen sind, wurden in den letzten Wochen von uns aufbereitet, vorbereitet, programmiert und den jeweiligen Patientinnen und Patienten zugeordnet. Schon bald werden sie sich auf den Weg nach Ngora machen.
Zusätzlich zu den Hörgeräten erhält jeder Patient einen kompletten Jahressatz Batterien. Das Krankenhaus erhält zudem Verbrauchsmaterial, das für Wartung, Anpassung und kleine Reparaturen benötigt wird. Damit stellen wir sicher, dass die Versorgung vor Ort langfristig funktionieren kann.
Auch für die Batterien haben wir gemeinsam mit dem Krankenhaus ein einfaches, aber nachhaltiges System eingeführt: Jede Patientin und jeder Patient erhält einmal im Jahr neue Batterien, allerdings nur dann, wenn die alten Batterien zurückgebracht werden. Dieses kleine Pfandsystem hilft dabei, Batterien zu sammeln und die Umwelt zu schützen.
Ein besonderes Dank gilt unserem Labor Otofaktur. Für jeden einzelnen Patienten wurden kostenfrei maßgefertigte Ohrstücke hergestellt. Diese individuellen Otoplastiken sind entscheidend dafür, dass die Hörgeräte richtig sitzen und überhaupt erst einsatzbereit sind. Dass Otofaktur unser Projekt unterstützt, ist für die Versorgung der Menschen in Ngora eine enorme Hilfe und ein Zeichen für gute Zusammenarbeit.
Für viele der Menschen in Ngora wird dies das erste eigene Hörgerät in ihrem Leben sein. Zu wissen, dass diese Geräte schon bald ihren Weg zu den Menschen finden, macht die vielen Stunden Vorbereitung mehr als wert.
Die Zeit im Ngora Hörstudio ist nun zu Ende gegangen. Zwei intensive, bewegende Wochen liegen hinter uns. In dieser kurzen, aber sehr besonderen Zeit konnten wir rund 70 Menschen helfen. Etwa 30 von ihnen werden in den kommenden Monaten kostenfrei mit Hörgeräten versorgt und damit ein Stück Lebensqualität zurückgewinnen.
Für einige Menschen war es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie eine dringend notwendige Ohrreinigung erhielten. In manchen Fällen stellte sich dabei heraus, dass das eingeschränkte Hörvermögen allein durch stark verstopfte Ohren verursacht wurde. Ein Problem, das sich mit einfachen Mitteln beheben ließ. Bei vielen anderen stellten wir jedoch teils schwerwiegende Ohrinfektionen fest, die bislang unentdeckt geblieben waren, nicht aus Nachlässigkeit, sondern aufgrund des Mangels an einfachster medizinischer Ausstattung.
Unser Einsatz ist bewusst als nachhaltiges Projekt angelegt und ausdrücklich keine einmalige Hilfsaktion. In den kommenden Monaten werden wir regelmäßig neue Aufträge, digitale Ohrscans und die dazugehörigen Hörtests erhalten. In regelmäßigen Abständen senden wir die individuell angepassten Hörgeräte sowie benötigtes Verbrauchsmaterial nach Uganda.
Dieser erste Besuch war ganz sicher nicht der letzte. Es sind viele neue Freundschaften entstanden, wir durften zahlreiche berührende Momente erleben und konnten vielen Menschen spürbar helfen.
Zum Abschluss überreichte uns der Landrat Odongo Mike Lo’Asio im Namen des Krankenhauses als Zeichen des Dankes für unsere Unterstützung ein Huhn. Ein Geschenk, das uns besonders berührt und diesen Einsatz auf ganz eigene Weise abrundete.
Das Hörstudio in Ngora ist nun vollständig eingerichtet, und das Training kann beginnen.
Dr. Ogadi wird in den Bereichen Hörtest, Abdrucknahme, Ohrreinigung sowie in einer systematischen Kundenverwaltung geschult. Bereits heute konnten wir vier Menschen helfen und notwendige Vorarbeiten für den Teil unserer Arbeit leisten, der in Deutschland durchgeführt werden muss. Nicht jeder Schritt auf dem Weg zum fertigen Hörgerät kann vor Ort in Uganda umgesetzt werden.
Für die kommenden Tage stehen täglich rund zehn Personen auf unserer Warteliste. Einige von ihnen nehmen lange Anreisen in Kauf und übernachten bereits am Vortag auf dem Krankenhausgelände, um die Chance auf Hilfe nicht zu verpassen.
Eine der größten Herausforderungen ist die unzuverlässige Stromversorgung. Stromausfälle treten häufig und meist völlig unerwartet auf, nicht selten bleibt der Strom für mehrere Stunden aus. In diesen Zeiten kommt die Arbeit vollständig zum Stillstand. Besonders im ländlichen Uganda wie hier in Ngora gehören solche Ausfälle zum Alltag. Mit einer stabileren Stromversorgung hätten wir heute deutlich mehr Menschen unterstützen können.
Unser Projekt eines Hörstudios in Ngora Uganda, in Zusammenarbeit mit Apwoyo e.V. nimmt nun langsam Form an.
Dieses Hörstudio wird für die Menschen in der größeren Umgebung in direkter Kooperation mit uns kostenlose Hörgeräte zur Verfügung stellen können. Laut dem zuständigen Landrat Odongo Mike Lo’Asio wird dieses Projekt das erste seiner Art in Ost-Uganda werden und für jeden vor Ort tolle Chancen bieten.
Heute wurden die Räumlichkeiten in einem Krankenhaus in Ngora besichtigt, Verträge unterschrieben und viele interessante Gespräche geführt.
In den nächsten Wochen werden zwei Ärzte im Bereich der Hörakustik von David Stefanczyk geschult. Notwendige Geräte und Materialien erhält das Krankenhaus kostenfrei von uns.
Ebenso stand heute ein Besuch in der Ngora School For The Deaf an. Hier haben sich interessante Optionen für die Zusammenarbeit mit Apwoyo e.V. ergeben und mögliche zukünftige Hilfsprojekte im Bereich Hörakustik wurden in Aussicht gestellt.
So können Sie helfen
Gebrauchte und alte Hörgeräte können Sie bei uns in der Hörstube abgeben (Heckingstraße 12 bis 14, Saarburg). Wir reinigen und reparieren die Geräte kostenfrei und bereiten sie für den Einsatz in Uganda vor.
Spenden für das Projekt nehmen wir über Apwoyo e.V. entgegen (Spendenkonto: Volksbank Trier Eifel eG, IBAN DE72 5866 0101 0000 8694 27).

